Transfiler
Unter FTP-Programmen und ihren Benutzern scheint es mindestens drei Kategorien zu geben:
- Üppig
Benutzeroberflächen sind bunt und bildreich. Für jede Funktion springt ein Wizard herbei, und bevor die Arbeit losgeht, wird – ebenfalls per Wizard – erst einmal ein Projekt angelegt. Um zu beweisen, dass man FTP aber auch verstanden hat, wird wirklich jede bizarre Funktion dieses betagten Protokolls in den Optionen dargelegt, in der Werkzeugleiste angeboten und in einem der vielen mystischen Fensterbereiche mit dem Zwiegespräch von Server und Client belegt. - Medium
Die Oberfläche sieht aus wie ein guter alter Dateiverwalter vom AMIGA, scheint leider dieselben Oberflächen-Elemente zu verwenden und bringt ein schlecht ausgewogenes Verhältnis von nicht zuviel Benutzerkomfort und nicht zuwenig Konfigurierbarkeit mit. Zu allem Überfluss stürzt es unvermittelt ab und bietet nach dem Neustart eine gut gemeinte Option, den Vorgang erfolglos zu wiederholen. - Spartanisch
Die Kommandozeile bedeutet pure Macht, ebenso wie der dafür verfügbare FTP-Befehl. Benutzer dieser Kategorie verwenden auch gerne sed, grep und vi, sind damit erstaunlich schnell und erfolgreich, verabscheuen Programme mit mehr als 4 Zeichen im Namen und haben noch nicht herausgefunden, was man mit dem verkabelten, dreitastigen Plastikklops neben der Tastatur eigentlich Sinnvolles veranstalten kann.
Beim Übertragen einer Sammlung von mehreren tausend kleinen Dateien von einem FTP-Server zu einem anderen akkumulierten sich Verbindungsabbrüche nebst Unzulänglichkeiten der im Büro verfügbaren Programme der Kategorien Medium und Spartanisch zu einem hinreichenden Antriebsmoment, ein eigenes FTP-Programm zu schreiben, das wenigstens die Verbindung automatisch wieder aufbaut und unbeeindruckt weiter überträgt. Nach einer gewissen Zeit des Wohlgefallens begann ich die Parallelentwicklung einer neuen Version, um neue Funktionen einbauen und die Architekturfehler der aus purer Not parallel zum Tagesgeschäft entstandenen ersten Version ausmerzen zu können.
Besondere Funktionen
- Stoisches Weitermachen
Bei Abbrüchen wird die Verbindung automatisch wieder aufgebaut und die Übertragung fortgesetzt. - Server-zu-Server
Eine Übertragung von FTP-Server zu FTP-Server ist direkt möglich (auch wenn im Hintergrund der Umweg zum lokalen Rechner eingeschlagen wird). - Eins-zu-viele, viele-zu-eins, viele-zu-viele
Es ist möglich, von einem Verzeichnis in mehrere andere gleichzeitig zu übertragen. Umgekehrt kann von mehreren Verzeichnissen in ein einzelnes übertragen werden. Als Krönung kann eine Sammlung mehrerer Verzeichnisse in eine Sammlung anderer Verzeichnisse übertragen werden. -
Sprachumfang:
Lizenz
Transfiler wird unter der GNU General Public Licence angeboten. Das bedeutet unter anderem, dass es kostenlos ist und der Quellcode frei verfügbar ist und verändert werden darf. Es bedeutet aber auch, dass jede daraus entstehende Version ebenfalls unter diese Lizenz fällt.
Referenzen
- Die Protokollschicht stammt von Enterprise Distributed Technologies und steht unter der LGPL
- Als Oberflächendesign ist das Look-and-Feel »Plastic« von JGoodies enthalten
- Alle Icons wurden dem Tango Project entnommen
- Besten Dank an Richard Quignon für die Kontrolle der französischen Übersetzung
Runterladen & starten
Es liegen drei Varianten bereit: als startbare JAR-Datei (runterladen, abspeichern, doppelklicken), als Java Web Start (einfach nur anklicken) oder als ZIP-Archiv mit den Quellen. Die Variante für Java Web Start erbittet vollständigen Zugriff auf den lokalen Rechner; was bei einem FTP-Programm irgendwie logisch ist.
| Ausführbares JAR | Java Web Start | Quellen |
| 633 K | 633 K | 98 K |

